Anleitung für eine Ayurveda Kur zuhause

Indische Frau wird mit kurkuma eingereibt

Müssen Sie für Ayurveda unbedingt wochenlang ins Ausland fahren? Die Antwort darauf ist Nein! Natürlich gibt es auch in Ihrer Nähe tolle Angebote zu Ayurveda Kuren. Leider lässt es der Alltag nicht immer zu, dass man länger weg ist. Wenn Sie gerne auch in den eigenen vier Wänden etwas für Ihr Wohlbefinden und Ihre Gesundheit tun wollen, dann möchten wir Ihnen hier gerne ein paar Tipps verraten. So kreieren Sie Ihre ganz eigene authentische Ayurveda Kur für zuhause.

Tipp 1: Zu Hause entschlacken mit Ayurveda

Bevor man eine Ayurveda Kur so richtig beginnt, steht die Entschlackung des Körpers an der Tagesordnung. Das nennt man eine Ama-Therapie. Auf diese Weise werden nämlich Stoffwechselschlacken, sowie Gifte im Körper ausgeleitet. Zudem stärkt man Agni, das Verdauungsfeuer. Sie wirkt also wie eine innere Beauty-Behandlung. Empfohlen wird eine Entschlackung von 10 Tagen:

  • Morgens: am besten gleich nach dem Aufstehen ein ayurvedisches Energie-Getränk zu sich nehmen. Einfach ein großes Glas mit heißem Wasser füllen und eine halbe Zitrone, eine Prise Salz und Pfeffer sowie einen Esslöffel Honig einrühren. Alles gründlich mischen und warm trinken. Dieses Getränk gibt Energie für den Tag und ist gut für alle drei Doshas. Das Rezept zu unserem Energie-Getränk finden Sie auch im Sonnhof Kochbuch.  
Das Energie-Getränk nach dem Rezept aus dem Sonnhof Kochbuch ist der perfekte Start in den Tag.
Foto: Gerhard Wasserbauer

Wenn man sehr hungrig ist, kann man eine Scheibe Toastbrot essen. Frisch gepresste Fruchtsäfte sind gut. Wenn möglich, den Darm entleeren. Empfehlenswert ist auch die Reinigung von Mund, Zunge und Zähnen mit der ayurvedischen Morgenroutine (Ölziehen). Ein anschließendes Yoga- und/oder Meditationsprogramm ist sinnvoll. Hervorragend ist auch eine Selbstmassage mit Sesamöl (dazu später mehr).

  • Getränke: Ein wenig später kann eine Tasse Ingwertee getrunken werden, auch gerne leicht mit Honig gesüßt. Ein warmes Getränk dieser Art ist stündlich zu empfehlen. Ab ca. halb 7 abends nur noch trinken, wenn man wirklich durstig ist.
  • Zwischendurch: frisch gepresste Fruchtsäfte helfen, das zwischenzeitliche Hungergefühl auszublenden.
  • Mittags: jetzt darf man sich satt essen. Allerdings sollten ein paar Lebensmittel vermieden werden: Schweine-, und Rindfleisch, Joghurt, Topfen, Käse, rohes Gemüse, fette und süße Nahrungsmittel. Nicht braten oder frittieren. Dafür lieber Folgendes verzehren: Reis, Karotten, rote Rüben, Blattgemüse, Gemüse-, und Getreidesuppen und Salate in kleinen Mengen. Entspannen, aber keinen Mittagsschlaf halten.
  • Abends: Idealerweise das Abendessen ausfallen lassen. Bei Hunger Gemüse-, und Getreidesuppen, Reis mit gedünstetem Gemüse und Fruchtsäfte konsumieren. Am besten nach 19:00 Uhr nichts mehr essen. Den Tag ausklingen lassen durch Entspannung und Meditation. Spätabends empfiehlt sich eine Fußmassage mit Ghee oder Johanniskrautöl.

Nach diesen 10 Tagen sollte man sich langsam wieder auf normale Kost umstellen. Das bedeutet natürlich nicht, sofort wieder auf extrem fette oder süße Speisen zurückzufallen. Am allerbesten lehnt man sich weiterhin an die ayurvedische, typgerechte Ernährung an. Welcher Typ Sie sind, können Sie in unserem Dosha-Test herausfinden. Regelmäßige Ayurveda Massagen unterstützen zudem die Ama-Therapie.

Tipp 2: Ayurvedische Schönheitsbehandlungen

Sehr empfehlenswert sind auch ayurvedische Beauty-Anwendungen. Deren Ziel ist es, die einzelnen Gewebeschichten (Dhatus) zu pflegen und zu nähren. Auf diese Weise kann der Körper Nährstoffe wieder besser transportieren und aufnehmen. Außerdem wird er sanft gereinigt und genährt. Dabei handelt es sich um rein natürliche Methoden, die zu einem schönen und gesunden Äußeren verhelfen. Hier ein paar Beispiele für zu Hause:

  • Ayurveda Haar Kur: statt sich teure Haarpflegeprodukte zu kaufen, hilft Ayurveda weiter. Dafür ein hochwertiges Sesamöl oder Arganöl Dieses kommt auf die trockenen Haarspitzen und dient als Haarkur. Einfach eine haselnussgroße Menge an Öl in die Hand geben, verreiben, und gut auf den Haarspitzen verteilen. Am besten vor dem Schlafengehen anwenden, denn dann kann das Öl besonders gut einziehen.
  • Ayurveda Pickel Kur: die beste Lösung bei Hautunreinheiten bietet das Neemöl, welches aus den Samen des Neem-Baumes kommt. Es hat viele antibakterielle, anti-entzündliche und schmerzlindernde Eigenschaften. Gerade deshalb ist es eine prima Anti-Pickel-Methode. Nach der Gesichtsreinigung kann man das Öl pur oder auch in einem Ölmix direkt auf den Pickel oder die kleinen Unreinheiten auftupfen. Bei einer dermatologischen Erkrankung, oder stark entzündeten Hautbereichen, bitte vorher mit einem Dermatologen absprechen.
Eine ayurvedische Gesichtsmaske mit Kurkuma reinigt die Poren sanft und lässt die Haut strahlen. © Сергей Попов – stock.adobe.com
  •  Ayurveda Haut Kur: möchte man seine Hautporen sanft und gründlich reinigen, so kann man sich ganz einfach eine ayurvedische Gesichtsmaske mit Kurkuma und Sandelholz zaubern:
    • 1 Prise Kurkuma
    • 1 TL Sandelholz-Pulver
    • ½ TL Honig
    • 2 Naturjoghurt-Becher (vegan: Sojajoghurt)

Die Zutaten einfach zusammenmixen, bis die Konsistenz passt. Je nach Bedarf mit den Mengen variieren. Die Paste kann dann auf das gereinigte Gesicht aufgetragen werden. Für 10 Minuten einwirken lassen, danach mit warmem Wasser gründlich abwaschen. Beachten Sie: Kurkuma kann kurzfristig eine gelbliche Färbung auf der Haut hinterlassen. Also besser nicht vor wichtigen Anlässen ausprobieren. Auch von der Kleidung fernhalten.

  • Ayurveda Körper Kur: für den Körper empfiehlt sich eine ayurvedische Trockenmassage mit Kichererbsenmehl. Die trockene Massage hat einen Peeling-Effekt und reinigt zudem das Hautbild. Auch der Stoffwechsel sowie die Durchblutung werden angeregt. Dafür:
    • 1 Tasse Kichererbsenmehl
    • 1 TL Ingwerpulver
    • 1 TL Zimt

Diese Zutaten werden nun kurz in einer Pfanne – bitte ohne Fett – erwärmt und dabei umgerührt. Den Mix tragen Sie nun in kleine Portionen auf verschiedene Stellen des Körpers (außer im Gesicht) auf – massieren Sie das Gemisch in kreisenden Bewegungen ein. Nach der gründlichen Massage mit warmem Wasser abduschen. Gerne danach mit einem leichten Öl, wie einem Jojobaöl einölen. Danach mind. 20 Minuten lang entspannen.

Tipp 3: Ayurvedische Kräuterpräparate

Besonders förderlich für die Gesundheit sind auch Kräutermischungen. In Ayurveda Kuren sind sie ein wichtiger Bestandteil – denn sie wirken regenerierend und ausgleichend:

  • Triphala: dieses Produkt enthält drei sehr potente Kräuter, welche die Verdauung und die Darmgesundheit fördern sowie zur Darmreinigung beitragen. Zudem wirkt Triphala aufbauend und als Verjüngungskur.
  • Ashwaganda: hierbei handelt es sich um den indischen Ginseng. Er wirkt ebenfalls verjüngend, da er Vata sehr gut ausgleicht. Genau dieses ist unter anderem ein Faktor, der beim Alterungsprozess mitspielt. Auch der letzte Abschnitt des Lebens ist Vata-dominiert.
  • Aloe Vera: dieses heißt auf Sanskrit „Kumari“ – das junge Mädchen. Genau darum geht es auch bei dieser Heilpflanze. Sie hat viele positive Effekte auf unseren Körper, sowohl innerlich als auch äußerlich angewandt. Aloe Vera hat sehr viele Enzyme und fängt Radikale wunderbar ab – genau das wirkt der Hautalterung entgegen. Das Präparat können Sie als Saft oder Gel erwerben, oder es auch direkt aus der Pflanze schöpfen.

Fazit: Ayurveda zuhause funktioniert!

Am Ende noch ein letzter Tipp: gehen Sie Ihre Ayurveda Kur langsam und stressfrei an. Die erwähnten Anwendungen lassen sich wunderbar in den Alltag einbauen. Profitieren Sie von einem erhöhten Wohlbefinden und fühlen Sie sich ganzheitlich fitter mit Ayurveda.

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