Pitta: Alles über den ayurvedischen Konstitutionstypen

Mann genießt sein Leben auf der Spitze eines Berges

Kennst Du auch so jemanden, der immer alle Blicke auf sich zieht? Jemand, der vor Charisma nur so sprüht und einen Raum mit seiner bloßen Anwesenheit füllt? Wahrscheinlich ist diese Person ein Pitta-Typ. Denn diese zeichnen sich laut der ayurvedischen Lehre als besonders einnehmend, selbstbewusst und zielstrebig aus. Vielleicht erkennst Du Dich ja auch selbst in dieser Beschreibung wieder. Wenn Du es genau wissen willst, schau doch mal bei unserem digitalen Dosha-Test vorbei.

Jetzt fragen sich einige sicher: Dosha-Typen, was bedeutet das? Ehe wir uns also genauer mit Pitta auseinandersetzen, gehen wir noch einmal einen Schritt zurück und schauen, was es überhaupt mit den ayurvedischen Typen auf sich hat. Diese können nämlich allerhand Aufschluss über Ernährungs- und Lebensweisen geben.

Was sind ayurvedische Typen?

Im Ayurveda (dem ‚Wissen vom Leben‘) geht man davon aus, dass es drei hauptsächliche ‚Fehlerpotentiale‘ gibt: Die sogenannten Doshas. Sie sind von Mensch zu Mensch in unterschiedlichen Verhältnissen vorhanden und je nachdem, welches Potenzial überwiegt (bzw. welche Potentiale), prägt das Charakter und Persönlichkeit.

Ist beispielsweise am meisten vom Pitta-Potenzial vorhanden, tendiert man dazu selbstbewusst, zielstrebig und belastbar zu sein. Ein Ungleichgewicht, also zu viel oder zu wenig von diesem Potenzial, kann zu verschiedensten Beeinträchtigungen führen (dazu gleich mehr). Wer schon von Haus aus zu diesem Typ tendiert, ist zudem gefährdeter für Dysbalancen in diesem Bereich.

Das heißt aber nicht, dass die anderen Doshas, Vata und Kapha, nicht auch präsent sind. Sie können dann sogar ausgleichend und ergänzend wirken und machen letztlich die genaue Konstellation eines jeden Menschen aus.

Tendenzen des Pitta-Typen

Menschen, deren Pitta ausgeprägt ist, sind unter anderem an ihrer mittleren Statur zu erkennen. Ihre selbstbewusste, starke Geisteshaltung wirkt sich auf ihre gerade, fast stolze Körperhaltung aus. Sie sind intelligent, scharfsinnig und lieben Herausforderungen. Ihr Können, an dem sie selten Zweifel hegen, stellen Sie gerne unter Beweis, wenn’s sein muss auch im direkten Konkurrenzkampf mit anderen.

Ein Mann im Sportoutfit läuft eine Treppe hinauf – Pitta äußert sich in Motivation.
Pitta Typen strotzden nur so vor Motivation, Zielstrebigkeit und Ehrgeiz. Was sie beginnen, das vollenden sie auch.

Das Pitta-Potenzial wird mit dem Element Feuer assoziiert, was wiederum unter anderem mit dem Verdauungstrakt zusammenhängt. Der arbeitet nämlich besonders effizient, was dazu führt, dass Pitta-Typen in kleineren Abständen Hunger bekommen, als etwa Kapha-Typen. Ist dies der Fall, schlägt die Stimmung auch schonmal in Ungeduld und Gereiztheit um.

Wenn Pitta-geprägte Personen etwas anfangen, dann richtig. Sie strotzen nur so vor Kraft, Motivation und Ehrgeiz und wollen ihren Perfektionismus um jeden Preis befriedigen. Was beim Umgang mit ihnen sofort auffällt, ist ihre Eloquenz, ihre starke Ausstrahlung, ihre Dynamik und ihr Charisma. Leider ist dieser Eindruck nicht immer so positiv behaftet, denn wer mit ihnen zusammenarbeitet, der bekommt mitunter schnell eigene Kompetenzlücken aufgezeigt.

Wenn Pitta im Ungleichgewicht ist

Steigt der Pitta-Spiegel ins Übermaß kann es häufiger zu Aggression, cholerischen Anfällen, Fanatismus und Intoleranz kommen. Betreffende Personen sind dann mit nichts zufrieden und schießen über das Ziel hinaus. Zu große Überzeugung von sich selbst bis hin zum Narzissmus schadet sowohl der Person selbst und ihrem Gleichgewicht, wie auch den Menschen um sie herum.

In manchen Fällen würden Pitta-Typen über die sprichwörtlichen Leichen gehen, um ihre Vorstellungen durchzusetzen. Das bringt sie dann vielleicht ans Ziel, dass Menschen in ihrem Umfeld Schaden nehmen, ist aber nicht ausgeschlossen.

Auf körperlicher Ebene macht sich ein Pitta-Überschuss durch unreine Haut, Magenschmerzen, Sodbrennen, Durchfall und Entzündung bemerkbar. Dies alles wird nämlich durch übermäßige Säurebildung verursacht, die das Feuer der Pitta-Typen nur noch weiter anfacht. Dem kann man glücklicherweise durch Ernährung und neuen Verhaltensmustern entgegenwirken.

Welche Nahrungsmittel bei Disbalancen?

Im Grunde sollten sich Pitta-Typen eher kühl, trocken, stärkend, süß, bitter und zusammenziehend ernähren. Denn das gleicht die Feuerenergie aus, durch die dieser Typ geprägt ist. Das dämmt auf jeden Fall einen Überschuss an Pitta-Dosha ein.

Ist umgekehrt zu wenig davon vorhanden, kannst Du zu eher säuernden Speisen greifen: Fleisch, Weißmehl, Kaffee, Zucker, scharfe Speisen, Zitrusfrüchte, Milchprodukte, Essig. Menschen, die sich dem Pitta-Typ eher zurechnen würden, sollten aber naturgemäß diese Speisen eher meiden. Auch Alkohol wäre damit tabu.

Eine To-Eat-Liste, sozusagen, beinhaltet kühlende Speisen und Gewürze wie Melonen, Kartoffeln, Fenchel, Kardamom, Minze, Koriander und Pastinaken. Auch knackig gedünstetes Gemüse, frische Salate, Rohkost, Trauben und grünes Gemüse, wie Spargel, Brokkoli, Rosenkohl, Okra-Schoten, Erbsen, Staudensellerie, grüne Bohnen, Paprika und Zucchini sind bei einem Pitta-Übermaß empfehlenswert. Sie beruhigen praktisch das Feuer und bringen es auf ein gesundes Maß zurück.

Außerdem kannst Du darauf achten, regelmäßig zu essen. Anders als Kapha-Typen können Pitta-Typen auch mehr als drei Mal pro Tag kleine Mahlzeiten zu sich nehmen. Durch die eher schnellere Verdauung ist das für solche Organismen überhaupt kein Problem. Diese Mahlzeiten sollten aber reichhaltig und nahrhaft sein.

Was Du im Alltag beachten kannst

Als Pitta-Typ darf Dir nicht langweilig werden. Suche Dir immer neue geistige und körperliche Herausforderungen und treibe Sport. Und warum nicht vielleicht eine Sportart, die in Wettkämpfen ausgetragen wird? So kannst Du Deinem Wunsch nach Herausforderung und Anerkennung nachkommen. Körperliche Betätigung hilft außerdem dabei Aggressionen, Wut und Ärger loszuwerden, damit diese Emotionen nicht dann explodieren, wenn andere Schaden nehmen könnten.

Versuche Dein Potenzial, Deine Intelligenz und Beharrlichkeit zum Wohle aller einzusetzen und Kontrollzwang und Perfektion auf ein gesundes Maß zu verringern. Übe Dich, mitunter gezielt, in Zufriedenheit, Hilfsbereitschaft, Toleranz und Gelassenheit.

Was tust Du noch, um als Pitta-Typ den Alltag gut zu meistern? Am Ende der Seite kannst Du uns einen 
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